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Heilsteine als Business: Wenn Influencerinnen erfundene Wirkungen bewerben

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Person hält einen klaren Heilstein in die Kamera, der Hintergrund ist weich unscharf.
Symbolbild (Foto © Lais Schulz / Canva)

Bei unseren Recherchen zu kritischen Esoterik-Beiträgen sind wir auf zwei interessante Videos des Youtubers Marvin Wildhage gestoßen. Marvin ist bekannt dafür, fragwürdige Werbepraktiken, Influencer-Kooperationen und zweifelhafte Produktversprechen mit verdeckten Tests auf unterhaltsame Weise sichtbar zu machen.

Sie zeigen ziemlich eindrucksvoll, wie aus Esoterik und Heilsteinen ein Geschäftsmodell werden kann: Einfache Steine werden magisch aufgeladen, mit angeblichen Wirkungen versehen und über Social Media beworben und verkauft.

Was die Videos auch zeigen: wie schnell aus einem kleinen, meist farbenfrohen Stein ein angebliches Hilfsmittel für sehr ernste Themen wird, und wie selbstverständlich dabei Grenzen überschritten werden. Menschen ohne erkennbare fachliche Ausbildung machen Aussagen zu Elektrosmog, Nervensystem, Immunsystem, Depressionen oder sogar Krebs.

Wir stellen euch Marvin und seine beiden Videos hier kurz vor.

Video 1 – Auf der Esoterikmesse: Heilsteine, Strahlung und Heilversprechen

Auf der Esoterikmesse in Frankfurt trifft Marvin auf eine vielfältige Produktwelt, in der Heilsteine, Energiearbeit und Dienstleistungen mit vermeintlich weitreichenden Wirkungen verkauft werden. Schon nach wenigen Minuten geht es um Steine, die angeblich vor 5G-Strahlung schützen sollen, um Seele, Zellen und energetische Ursachen von Krankheiten.

Wie weit diese Deutungen gehen können, zeigt eine Szene mit einer gelernten Krankenschwester: Sie erklärt Diabetes nicht medizinisch, sondern verbindet die Erkrankung mit fehlender Lebensfreude. Aus Krankheit wird laut ihrer Darstellung ein seelisches Thema und aus einem Stein ein angebliches Hilfsmittel.

Marvin hat hierzu verschiedene staatliche Stellen kontaktiert und die Reaktionen zeigen, warum esoterische Angebote so leicht aus dem Ruder laufen können: Viele Stellen sehen offenbar keine klare Zuständigkeit. Daher müssen wir uns nicht wundern, warum Heilsteine und andere esoterische Produkte mit weitreichenden gesundheitlichen Aussagen beworben werden können, ohne dass daraus erkennbare Konsequenzen folgen.

Video 2 – Wie leicht lässt sich Esoterik verkaufen?

In seinem Folge-Beitrag baut Marvin eine eigene Fake-Marke für Heilsteine auf. Er erstellt einen Online-Shop, inszeniert die Produkte mit typischer Esoterik-Ästhetik und verschickt Pakete an Influencerinnen für Kooperationen. In Mails, Produktfotos und Beilagen versteckt er mehrere Hinweise darauf, dass die Marke nicht echt ist.

Trotzdem greifen Influencerinnen die Produkte auf, übernehmen die erfundenen Zuschreibungen aus dem Briefing und machen daraus scheinbar persönliche Empfehlungen: für das Nervensystem, das Immunsystem, gegen Elektrosmog, bei Depressionen und sogar im Zusammenhang mit Krebs.

Hier kann man sehen, wie niedrig die Hürde ist: Ein kleiner Online-Shop, ein paar schöne Bilder, spirituelles Wording und Menschen mit Reichweite reichen aus, damit frei erfundene Wirk- und Heilversprechen verbreitet werden können. Mehrere Influencerinnen übernehmen die Aussagen ungeprüft und bewerben sie vor ihren Follower:innen.

All das zeigt das große Problem von Esoterik: Wenn Menschen sich auf solche Versprechen verlassen, können sie anfangen, Heilsteine ernster zu nehmen als ärztlichen Rat, Medikamente infrage zu stellen oder notwendige psychotherapeutische Hilfe aufzuschieben. Bei Depressionen, Krebs oder Diabetes kann das gravierende Folgen haben.

Am Ende bleiben die Risiken bei denen, die solche Aussagen glauben, während andere mit genau diesen Aussagen Geld verdienen.

Weitere Informationen zu Heilsteinen

Geschrieben von
Ute Kranz

Als Gründerin von HappyNotHappy und studierte Kommunikationswirtin mit über 20 Jahren Erfahrung in Medien und Marketing beschäftige ich mich damit, wie Selbstverwirklichung, Sinnsuche und Social Media zusammenhängen – und wie wir herausfinden, was wirklich zu uns passt.

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